norway.today ist ein modernes Zwei-Personen-Drama von Igor Bauersima, das als Auftragsarbeit für das Schauspielhaus Düsseldorf geschrieben wurde. Bei der Uraufführung am Düsseldorfer Schauspielhaus im November 2000 führte Bauersima selbst Regie. Die Hörspielfassung des Stücks (DLR Berlin 2001) in der Hörspielregie und Bearbeitung von Norbert Schaeffer wurde im November 2001 als Hörspiel des Monats ausgezeichnet.
Thematik/Struktur
1. Thematik: Internet - Suizid - Liebe - Naturerleben - Virtuelle vs. reale Welt
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2.Struktur: Ein Zwei-Personen-Stück in fünf Akten mit eineinhalb Spielorten (Chatroom und Norwegen) und einer Zeit-spanne von einem Tag - also fast klassisch.
Inhalt
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• Es beginnt in einem Chatroom: Das Mädchen kündigt ihren Selbstmord an und wartet auf Antwort. Es antwortet August, beide tasten im Dialog ihre Motivation ab (August: "scheißfuckingtodernst") und vereinbaren den gemeinsamen Selbstmord:
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• Szenenwechsel / Ortswechsel: Schnee, Kälte, der "Rand der Welt", Ankunft mit dem Taxi am der großen Kante mit dem 600 Meter Gefälle. Sie stellen fest, dass sie sich nicht gut genug kennen um gemeinsam zu sterben: Er ist ein depressiver Typ, sie behauptet ein glücklicher Menschentyp zu sein. Sie streiten sich, weil sie ihn verdächtigt, es nicht wirklich zu wollen.
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• Szenenwechsel, Perspektivwechsel, der Zuschauer sieht die Wand vor sich und die beiden über sich: August will sich noch ein bisschen Zeit lassen, über Nacht, Julie versucht ihn mit sich zu reißen, sie kämpfen am Abgrund, Julie fällt und hält sich verzweifelt am Rand fest. August lässt sie hängen und zappeln und schreien, bis er sie dann doch hochzieht. Sie werfen sich gegenseitig vor, sich umbringen zu wollen. Es wird dunkel, sie bauen das Zelt auf.
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• Szenenwechsel, Nacht, vor und in dem Zelt: Es gibt Polarlichter, die beide völlig verzaubern, weil sie so etwas noch nie gesehen haben. Julie hat eine Kamera und filmt es; dabei filmen sie sich gegenseitig, wie sie sich ihre Sympathie ge- stehen. Sie begeben sich ins Zelt und schmusen, so gut es in der Kälte geht. Jetzt teilt sich die Szene in einen besprochenen Liebesakt vor dem Zelt und einem Liebesakt im Zelt, dieser aber als Film: Die Bühne teilt sich in zwei Wirklichkeiten, die erdachte Liebe in Worten und die visualisierte auf der Leinwand.
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• Szenenwechsel, Morgen, Juli in einem Kleid: Sie wollen ihren Abschied inszenieren und versuchen die letzten Ab- schiedsworte in die Kamera zu sprechen; aber es gelingt nicht, sie sind nicht zufrieden mit ihrem letzten Auftritt oder der Begründung für ihre Tat. Sie gelangen jedoch auf diesem Weg zu einer unausgesprochenen Erkenntnis, dass sie nämlich in diesen Stunden etwas Entscheidendes erlebt haben: Liebe, Natur, Beziehung ... Sie werfen die Kassetten in den Ab- grund und verlassen den Ort.